EXP135

Ginzling

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Projekttyp:
Ausstellungsgestaltung
Jahr:
2021
Ort:
Zillertal

Im Erdgeschoss des Naturparkhauses Ginzling befindet sich neben der neuen Sonderausstellung & dem Shop die Alpinbibliothek. Diese fungiert als Bindeglied zwischen
den bestehenden Räumlichkeiten des Naturparkhauses und der neuen Ausstellung “Schatzkammer Zillertaler Alpen”.

Im unteren Geschoss startet die Ausstellung im bestehenden Ausstellungsraum im UG mit der Vorstellung des Naturparks und einem geologischen Überblick über die
Entstehung der Alpen mit Fokus auf die Besonderheiten der Region (Tauernfenster, geologische Karte Zillertal). Der erste Blick gilt der geologischen Karte der Zillertaler Alpen die sich über den Fußboden zieht. Um die einzelnen Gesteinsschichten besser kennen zu lernen, können die Besucher kurze Informationsfilme zu den einzelnen Schichten, durch drücken auf die Legende, abspielen. Aus der Karte entwickelt sich der ‘Gebirgstisch’ auf welchem sich zusätzlich Kartenmaterial zum Abreisen sowie ein kleineres Relief des Ausschnittes aus Holz, die Geologie des Naturparks näher erläutern soll. Neben dieser interaktiven Projektion veranschaulichen zusätzlich drei Modelle die Entstehung des Tauernfensters in den Alpen.
Der Raum öffnet sich nun kurz und man erspäht die Schatzkammer der Zillertaler Alpen bevor man in das Innere der Berge eintaucht.
Zu Beginn des Raumbereiches ‘Bergbau – Granat im Zillertal’ findet sich ein Nachbau des Magnesitwerk Lanersbach, der zusammen mit Texten, original Fotografien, einer Karte der Granat Fundstellen, einem nachgebautem Modell einer Granatmühle und der Granatstufe einen Eindruck des Granatabbaus im Zillertal vermitteln soll.
Mitten im dunklen Bergbaugebiet befindet sich ein weiterer Schatz im Inneren der ‘Berge’, ein Geheimgang Richtung Märchenkluft. Hat man einmal diese funkelnde Wunderkammer gefunden, kann man dort im Schwebenetz den Märchen lauschen.
Im dritten Raumbereich “Schatztäler” finden die Fundstücke der einzelnen Zillertaler Gründe ihren Platz. Man wandert das ’Tal’ mit all seinen Schätzen der Rampe hinunter und kommt zu der Geologie Station. Hier kann man zehn ausgewählte Gesteine in verschiedenen Oberflächenstrukturen (gespalten, gebrochen, geschliffen, etc.) bestaunen und anfassen, ihre Entstehungsgeschichte durch kleine Info-Filme begreifen und einzelne Dünnschliffeder Steine können durch ein digitales Mikroskop auf die Wand projiziert werden, welche ein wunderschönes Farbenspiel an der Wand erzeugen.
Die Entstehung der Gesteine wird anhand eines interaktiven Kreislaufes der Gesteine erklärt. Spielerisch kann man dort durch die ‘Sediment’-Sanduhr die schichtweise Ablagerung in verschiedenen Sedimentationsgeschwindigkeiten erkunden. Der Teilbereich der Archäologie , als eine weitere Station des Rundgangs in der Ausstellung ist in drei Ausgrabungsstätten (Bronzezeit, Steinzeit, Eiszeit/Mittelalter) unterteilt und zeigt Fundstücke , wie alte Granatarbeiterwerkzeuge oder Pfeilspitzen aus Bergkristall, aus der jeweiligen Epoche. Außerdem ist ein Modell der Lavezdrehbank inmitten der steinigen Landschaft zu finden.
Dort sieht man wie damals mehrere Schüsseln aus einem einzigen Rohling gedreht wurden und hat die Möglichkeit dieses alte Arbeitsgerät näher kennen zu lernen.
Gegenüber befindet sich die eigentliche Schatzkammer, aufgeteilt in drei große Vitrinenkästen. Das Kino bietet den Besuchern eine weitere Möglichkeit in die Welt der Geologie einzutauchen und auf gemütlichen Sitzstufen einzelne Filme auf einer großen Projektionsfläche zu Gemüte führen. Vor dem Ausgang sieht man die andere Seite des Gebirgstisches des ersten Raumes. Dieser taucht in die Welt der Ammoniten ein bevor es über die Treppe hinauf in den Shop geht.

Idee zur Außenkommunikation | Insel der Findlinge
Als Außenrauminstallation werden in der Nähe des Naturparkhauses 7 lokale Findlinge arrangiert – teils sind sie geschnitten, behauen und bearbeitet –zum Großteil aber einfach naturbelassen. Die unterschiedliche Behandlung der Oberfläche eröffnet wie im Inneren der Ausstellung unterschiedliche haptische Wahrnehmungsmöglichkeiten – und zeigt diverse Möglichkeiten der Steinbearbeitung – geschnitten, gesägt – geschliffen, gestockt – oder einfach nur von der Natur selbst geformt. Die Installation wird durch die Interaktion mit den Besuchern vervollständigt, Diese können die Installation räumlich erleben, sie berühren und sie zum sitzen und liegen benutzen. Es ist aber auch ein in sich geschlossener Ort der Ruhe und der Besinnung.